Koffer gepackt, Haus gesichert?

Einbruchschutz im Sommer:
So bleibt Ihr Zuhause sicher, während Sie im Urlaub sind
Endlich Ferien! Koffer gepackt, Nachbarn informiert, Haustür abgeschlossen – und ab geht's. Klingt gut, oder? Leider denken in der Sommerzeit nicht nur Urlauber an freie Tage. Einbrecher wissen genau, wann Häuser und Wohnungen leer stehen – und nutzen das gezielt aus. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Maßnahmen, Produkten und einfachen Tricks Sie Ihr Zuhause wirkungsvoll schützen können, bevor Sie in den wohlverdienten Urlaub starten.
Warum gilt der Sommer als Hochsaison für Einbrecher?
Das klingt vielleicht paradox, denn Einbrüche passieren ja eigentlich häufiger im Herbst und Winter, wenn es früh dunkel wird. Aber: Im Sommer sind viele Haushalte über Wochen unbewohnt. Keine Bewegung hinter den Fenstern, voller Briefkasten, ungemähter Rasen – für geübte Einbrecher sind das untrügliche Zeichen, dass niemand zuhause ist.
Dazu kommt: Im Sommer schlafen viele Menschen bei gekippten Fenstern oder offenen Terrassentüren – ein gefundenes Fressen für Gelegenheitstäter. Das Bundeskriminalamt weist regelmäßig darauf hin, dass ein Großteil aller Wohnungseinbrüche **keine Profi-Jobs** sind, sondern opportunistische Tat – schnell rein, schnell raus. Und genau da setzt ein guter Einbruchschutz an: Wer es dem Täter schwer macht, wird übersprungen.
Die Haustür: Ihr erster und wichtigster Schutzwall
Die Haustür ist der häufigste Tatort. Viele ältere Türen und Schlösser halten einem gezielten Angriff nur wenige Sekunden stand. Das reicht leider oft.
Schlösser aufrüsten
Standard-Einsteckschlösser bieten kaum Widerstand gegen Aufbohren oder Aufhebeln. Investieren Sie in ein zertifiziertes Sicherheitsschloss nach DIN EN 12209 oder besser noch in ein System mit Sicherheitszertifikat der Klasse RC 2 oder höher (RC = Resistance Class). Diese Schlösser haben gehärtete Stahlbolzen, Aufbohrschutz und spezielle Schließmechanismen.
>> Unser Tipp aus dem Sortiment: Schließzylinder mit Sicherheitsschlüsseln – vorzugsweise mit Schlüsselkarte, damit keine unbefugten Kopien angefertigt werden können. Achten Sie beim Kauf immer auf das Prüfzeichen.
Schutzbeschlag und Sicherheitsrosette
Der Bereich um den Schlüsselzylinder ist besonders anfällig. Ein Sicherheitsschutzbeschlag aus gehärtetem Stahl macht das Herausreißen oder Abbrechen des Zylinders nahezu unmöglich. Kombinieren Sie ihn mit einer Sicherheitsrosette für optimalen Schutz.
Türzusatzschloss und Querriegelschloss
Für besonders exponierte Türen empfiehlt sich ein Türzusatzschloss, das zusätzlich zum Hauptschloss verriegelt – ideal für ältere Haustüren, bei denen ein Austausch kurzfristig nicht möglich ist. Auch ein Querriegel erhöht den Widerstand gegen Aufhebeln erheblich.
Türspion mit Weitwinkel
Klingt simpel, ist aber effektiv: Ein moderner Weitwinkel-Türspion mit 200°-Blickfeld lässt keinen blinden Fleck. Noch besser: digitale Türspione mit Kamera und App-Anbindung, über die Sie auch von unterwegs sehen, wer vor der Tür steht.
Fenster und Terrassentüren: Unterschätzte Schwachstellen
Statistisch gesehen werden fast ebenso viele Einbrüche über Fenster und Balkontüren begangen wie über die Haustür. Besonders im Erdgeschoss und an leicht zugänglichen Fenstern – etwa neben einer Regenrinne – lauern die Risiken.
Fenstergriffschlösser
Das günstigste und einfachste Upgrade: abschließbare Fenstergriffe, die das unbefugte Öffnen von außen verhindern. Im Baumarkt gibt es diese für verschiedene Fensterprofile zum Nachrüsten – kein Handwerker notwendig, Montage in 10 Minuten.
Aufschraubsicherungen und Stangenschlösser
Für Fenster, die gekippt bleiben sollen (z. B. zur Belüftung), sind Aufschraubsicherungen oder Kippsicherungen die richtige Wahl. Sie lassen das Kippen zu, verhindern aber das vollständige Öffnen von außen. Für Terrassentüren aus Aluminium oder Kunststoff gibt es zudem Stangenschlösser, die sich oben und unten gleichzeitig verriegeln.
Pilzkopfverriegelung nachrüsten
Bei älteren Fenstern lohnt sich das Nachrüsten einer Pilzkopfverriegelung. Die pilzförmigen Zapfen greifen beim Schließen in spezielle Schließbleche und machen das Aufhebeln extrem schwierig – selbst mit Brechstange. Viele Fensterbauer und Baumarkt-Fachberater helfen dabei gerne weiter.
Glasbruchsicherung und Sicherheitsfolie
Wer ein besonders gefährdetes Fenster hat (z. B. ein bodentiefes Fenster zur Terrasse), kann mit einer Sicherheitsfolie nachrüsten. Diese transparente Folie wird auf die Scheibe aufgeklebt und hält Glassplitter zusammen – ein schnelles Einschlagen und Durchgreifen wird so erheblich verzögert. Keine vollständige Absicherung, aber ein wichtiger Baustein.
Türrahmen und Montagequalität: Das oft vergessene Thema
Das beste Schloss hilft nichts, wenn der Türrahmen nachgibt. Viele Einbrüche gelingen durch simples Aufhebeln des Rahmens, nicht durch das Überwinden des Schlosses.
Verstärkte Türzargen und Stahlrahmen
Wer eine neue Tür einbaut oder nachrüstet, sollte auf eine verstärkte Türzarge oder einen Stahlrahmen setzen. Diese sind deutlich widerstandsfähiger als reine Holzkonstruktionen. Im Baustoffhandel finden Sie entsprechende Profile und Systeme – lassen Sie sich dabei am besten vom Fachpersonal beraten.
Anschraub- und Einbohrriegel
Eine günstige und effektive Lösung sind Einbohrriegel oder Anschraubrriegel, die direkt in den Türrahmen oder die Wand montiert werden. Sie verteilen die Einbruchkraft auf eine größere Fläche und machen das Aufhebeln sehr viel schwieriger.
Richtige Montage zählt
Sicherheitsprodukte entfalten ihre Wirkung nur bei fachgerechter Montage. Achten Sie bei Schrauben auf die richtige Länge (mindestens 60 mm, besser 80–100 mm ins Mauerwerk) und verwenden Sie hochwertiges Material. Im Zweifel: lieber einen Fachbetrieb beauftragen.
Alarmanlagen und smarte Sicherheitstechnik
Technik, die abschreckt und alarmiert – eine moderne Alarmanlage ist eine der wirksamsten Einbruch-Abschreckungen überhaupt. Studien zeigen, dass Einbrecher Objekte mit sichtbaren Alarmanlagen in der Regel meiden.
Außensirene und Aufkleber
Schon eine gut sichtbare Außensirene (auch Dummy-Sirene als Abschreckung) kann Täter abhalten. Noch besser natürlich eine voll funktionsfähige Sirene, die bei unbefugtem Zutritt losgeht. Ergänzend: Aufkleber und Hinweisschilder an Türen und Fenstern, die auf eine Alarmanlage hinweisen – kein Täter will unnötig Risiken eingehen.
Smarte Türklingeln mit Kamera
Video-Türklingeln (z. B. mit WLAN-Anbindung) zeigen Ihnen per Smartphone-App, wer vor der Tür steht – live und in Echtzeit, von überall auf der Welt. Manche Systeme haben sogar eine Bewegungserkennung, die Sie auch dann benachrichtigt, wenn jemand die Türklingel gar nicht betätigt.
Bewegungsmelder (innen & außen)
Außenbewegungs-Melder mit Flutlicht sind ein klassisches und günstiges Abschreckungsmittel. Im Dunkeln schreckt ein plötzliches grelles Licht die meisten Täter ab. Innen eingesetzte Bewegungsmelder können mit einer Alarmanlage oder Smart-Home-Systemen verknüpft werden.
Smart-Home-Sicherheitssysteme
Moderne Smart-Home-Systeme erlauben die Vernetzung aller Sicherheitskomponenten: Türschlösser, Kameras, Bewegungsmelder, Fensteralarme und Beleuchtung lassen sich zentral steuern und überwachen. Viele Systeme sind nachrüstbar und benötigen keinen Elektriker – wichtig ist eine stabile WLAN-Verbindung und ein sicheres Passwort!
Licht und der Anschein von Anwesenheit
Ein dunkles, stilles Haus über Wochen – das signalisiert Leerstehen. Mit ein paar einfachen Tricks erwecken Sie den Eindruck, als sei jemand zuhause.
Zeitschaltuhren für Lampen
Die gute alte Zeitschaltuhr ist nach wie vor ein effektives Mittel. Stecken Sie Stehlampen oder andere Raumleuchten an eine Zeitschaltuhr, die abends das Licht an- und morgens wieder ausschaltet. Noch besser: smarte Steckdosen mit zufälligem Schaltmuster, das kein Einbrecher durchschauen kann.
Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder oder Timer
Eine dauerhaft erleuchtete Einfahrt oder ein beleuchteter Eingangsbereich signalisiert Aktivität. Solar-Außenleuchten mit Bewegungsmelder sind dabei besonders komfortabel – keine Verkabelung notwendig, einfach aufstecken und fertig.
Smarte Rollläden und Jalousien
Wer motorisierte Rollläden oder Jalousien hat, kann diese per Zeitschaltuhr oder App so programmieren, dass sie sich täglich öffnen und schließen – ganz so, als wäre jemand daheim. Nachrüstbare Rollladenantriebe für bestehende Kästen sind im Baumarkt erhältlich und relativ einfach zu installieren.
Garten und Außengelände: Der erste Schutzbereich beginnt draußen
Ein gut gesichertes Haus fängt im Außenbereich an. Einbrecher brauchen Zeit – und einen ungestörten Arbeitsplatz. Wer diesen verwehrt, ist schon einen großen Schritt weiter.
Hecken, Zäune und Tore
Hohe, dichte Hecken und Sichtschutzpflanzungen – in Maßen eingesetzt – können Tätern als Deckung dienen. Achten Sie daher auf eine Balance: Sichtschutz für die Privatsphäre, aber keine dichten Verstecke direkt vor Fenstern oder der Eingangstür. Stachelige Sträucher (wie Berberitze oder Rosen) unter Fenstern sind ein natürlicher, wirksamer Einbruchschutz.
Zäune und Tore sollten hoch und robust sein. Im Baustoffhandel gibt es Zaunsysteme in verschiedenen Ausführungen – von Doppelstabmatten bis hin zu Schmiedeeisen. Wichtig: keine leichten Kletterhilfen (Abfalleimer, Leiter, Gartenmöbel) in der Nähe von Fenstern oder Balkonen liegen lassen.
Schuppen und Gartenhaus absichern
Lagern Sie in Ihrem Schuppen oder Gartenhaus Werkzeug, das bei einem Einbruch als Hebelwerkzeug genutzt werden könnte? Sichern Sie auch diese Gebäude mit einem guten Vorhängeschloss (mindestens Sicherheitsstufe 4) und stabilen Ösen, die fest in das Mauerwerk oder die Holzkonstruktion geschraubt sind. Gitter oder Rollläden für Gartenhausfenster sind ebenfalls empfehlenswert.
Kieswege und Schotterflächen
Ein kleiner, aber effektiver Trick: Kieswege oder Schotterflächen rund ums Haus machen Einbrecher akustisch hörbar. Das raschelnde Geräusch unter den Füßen schreckt ab und alarmiert Nachbarn. Im Gartencenter finden Sie Zierkies und Schotterprodukte in verschiedenen Körnungen und Farben – praktisch und dekorativ zugleich.
Vor dem Urlaub: Die Checkliste
Ein bisschen Vorbereitung rettet im Zweifel eine Menge Ärger. Hier die wichtigsten Punkte, die Sie vor Urlaubsantritt abhaken sollten:
Rund ums Haus:
- Alle Fenster und Türen geschlossen und verriegelt (auch Keller und Dachfenster!)
- Terrassentüren mit Zusatzsicherung gesichert
- Leitern, Werkzeug und Gartenmöbel eingesperrt
- Kein Schlüssel unter der Fußmatte, dem Blumentopf oder dem Stein – das wissen Einbrecher
Briefkasten & Post:
- Post beim Nachbarn oder bei der Post umleiten lassen
- Zeitungsabonnement unterbrechen – ein voller Briefkasten ist ein Wegweiser
Licht und Technik:
- Zeitschaltuhr für Lampen eingestellt
- Rollläden/Jalousien programmiert
- Smart-Home-System gecheckt und Benachrichtigungen aktiviert
- Alarmanlage scharf geschaltet
Nachbarn einbinden:
- Vertrauenswürdige Nachbarn informieren und einen Schlüssel hinterlegen
- Gelegentliches Leeren des Briefkastens bitten
- Nummer hinterlassen für den Notfall
Versicherung:
- Hausratversicherung auf Vollschutz prüfen – manche Policen zahlen nicht, wenn Fenster gekippt waren oder Türen nicht richtig gesichert wurden
Was bringt wirklich was? – Ein kurzer Überblick
Hier eine Einschätzung, welche Maßnahmen den größten Schutz bieten – sortiert nach Aufwand und Wirksamkeit:
|
MASSNAHME |
AUFWAND |
WIRKUNG |
|
Abschließbare Fenstergriffe |
gering |
hoch |
|
Sicherheitsschloss / Schutzbeschlag |
mittel |
sehr hoch |
|
Türzusatzschloss |
gering |
hoch |
|
Außensirene / Dummy-Alarmanlage |
gering |
mittel-hoch |
|
Video-Türklingel / smarte Kamera |
mittel |
hoch |
|
Zeitschaltuhr für Beleuchtung |
mittel |
hoch |
|
Motorisierter Rollladen |
mittel-hoch |
mittel-hoch |
|
Verstärkter Türrahmen / Stahlzarge |
hoch |
sehr hoch |
|
Kiesweg ums Haus |
gering |
mittel |
|
Stachelpflanzen unter Fenstern |
gering |
mittel |
Sicher reisen, entspannt erholen
Einbruchschutz muss weder teuer noch kompliziert sein. Viele der wirksamsten Maßnahmen sind mit etwas handwerklichem Geschick schnell selbst umgesetzt – und das richtige Material dafür finden Sie bei uns im Markt oder online in unserem Sortiment. Von robusten Schlössern und Türbeschlägen über Zaunmaterialien und Beleuchtung bis hin zu Smart-Home-Zubehör: Wir haben alles, was Sie brauchen, um Ihr Zuhause sicher zu machen.
Und wenn Sie sich unsicher sind, welche Lösung die richtige für Ihre Situation ist: Sprechen Sie uns einfach an! Unser Fachpersonal berät Sie gern – persönlich im Markt oder per Telefon. Damit Sie Ihren Urlaub wirklich entspannt genießen können.
Gute Reise – und ein sicheres Zuhause!
Hinweis: Für umfangreiche Sicherheitsinstallationen (z. B. Einbau neuer Türen, Alarmanlage mit Fachbetrieb) empfehlen wir die Hinzuziehung eines zertifizierten Sicherheitsfachbetriebs. Nutzen Sie auch die kostenlose Einbruchschutzberatung Ihrer lokalen Polizeidienststelle – viele Bundesländer bieten diesen Service kostenlos an.



